Evaluation im Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander“
Auftraggeber
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Laufzeit
2021 – 2024
Ansprechperson
Über das Programm
Mit dem Bundesprogramm „Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander“ wurde die Förderung der bundesweit rund 530 Mehrgenerationenhäuser im Januar 2021 in eine neue Programmphase überführt (zum Vorläuferprogramm siehe Evaluation im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus). Das Bundesprogramm ist eines der Fachprogramme im Gesamtdeutschen Fördersystem, welches maßgeblich zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in Deutschland beitragen soll und dafür seit Januar 2020 mehr als 20 Förderprogramme, die verstärkt auf die Bedarfe der strukturschwachen Regionen ausgelegt sind, konzeptionell bündelt.
Die Mehrgenerationenhäuser sollen als Einrichtungen der sozialen Infrastruktur und unter Fortführung ihrer sozialraumorientierten und generationenübergreifenden Arbeit zu gleichwertigen Lebensverhältnissen beitragen. Die Angebote der Mehrgenerationenhäuser richten sich nach den jeweiligen Bedarfslagen vor Ort und decken u. a. Handlungsfelder wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Familie und Pflege, selbstbestimmtes Leben im Alter, Erhöhung der Arbeitsmarktnähe, Integration, digitale Teilhabe und Demokratieförderung ab.
Über die Evaluation
Zentrale Aufgabe der Evaluation war es, programmbegleitend zu untersuchen, wie Mehrgenerationenhäuser als Einrichtungen der sozialen Infrastruktur gute Entwicklungschancen und faire Teilhabemöglichkeiten für die Menschen in ihren Wirkungsgebieten schaffen, inwiefern das Programm zu einer positiven Regionalentwicklung beiträgt und ob durch die Verzahnung von Förderstrukturen Synergieeffekte entstehen.
Gleichwertige Lebensverhältnisse werden im Gesamtdeutschen Fördersystem primär durch objektiv messbare Indikatoren (z. B. strukturelle und wirtschaftliche Arbeitsmarktindikatoren), die sich auf Regionen beziehen, erfasst. Im Rahmen der Evaluation lag der Fokus auf sozialen Aspekten und der subjektiven Wahrnehmung von gleichwertigen Lebensverhältnissen, operationalisiert durch ein Indikatorenmodell, das v. a. auf sogenannte weiche Standortfaktoren im unmittelbaren Sozialraum abzielte (z. B. freiwilliges Engagement, Partizipation und sozialer Zusammenhalt). Um den Beitrag der Mehrgenerationenhäuser zu beleuchten, setzten wir eine Kombination qualitativer und standardisierter Erhebungen und Analysen ein, die unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zu jeweils mehreren Messzeitpunkten einschlossen: Koordinatorinnen und Koordinatoren der Mehrgenerationenhäuser, Vertreterinnen und Vertreter der Standortkommunen, freiwillig Engagierte, Besucherinnen und Besucher sowie Kooperationspartner der Mehrgenerationenhäuser.
Außerdem begleitete die Evaluation federführend die Anwendung und Weiterentwicklung der „Qualitätskriterien der Mehrgenerationenhäuser für ihre Arbeit“. Diese wurden in einem umfangreichen Prozess im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus 2017 – 2020 durch die Mehrgenerationenhäuser mit Begleitung von
Mit einer heterogenen Gruppe von freiwillig mitwirkenden Mehrgenerationenhäusern erarbeitete
Ergebnisse
Die Evaluation der ersten Programmhälfte konnte zeigen: Im betrachteten Zeitraum erwiesen sich die Mehrgenerationenhäuser weiterhin als wichtige Akteure der sozialen Infrastruktur vor Ort und erfüllten die an sie gerichteten Erwartungen. Dabei zeigten sich bei den Menschen vor Ort nicht nur ein großer Grad an Zufriedenheit mit der Arbeit der Mehrgenerationenhäuser, sondern auch die intendierten Effekte. Wie intendiert wirkten die Mehrgenerationenhäuser aus Sicht der Menschen vor Ort sowie der Verantwortlichen in den Standortkommunen besonders positiv auf die soziale Dimension der Lebensverhältnisse vor Ort ein, indem sie z. B. einen Ort der Begegnung, des Engagements und der wechselseitigen Unterstützung für Menschen unterschiedlicher Hintergründe boten. Diese sozialen Aspekte erwiesen sich auch als die wichtigsten Faktoren für die subjektive Zufriedenheit der Menschen mit ihren Lebensverhältnissen.
Der unter Begleitung von
Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse finden Sie im Evaluationsbericht für die erste Programmhälfte (2021 bis 2024). Außerdem können Sie ausgewählte Ergebnisse der Evaluation unter Publikationen nachlesen. Beachten Sie auch unsere Online-Artikel.
Publikationen
Valtin, A. / Eckl, V. / Ekert-Kaiser, S. / Klische, L. / Groß, R. / Theel, T. (2024).
Zwischenbericht zur Evaluation im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus.
Miteinander – Füreinander (2021 – 2028). Evaluationszeitraum: 2021 – 2024.
Berlin.
Ekert, S. / Eckl, V. / Klische, L. / Theel, T. / Valtin, A. (2024): Evaluation im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander. Dritter Zwischenbericht. Berlin.
Ekert, S. / Klische, L. / Theel, T. / Valtin, A. (2023). Zweiter Zwischenbericht im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander. Berlin.
VolltextEkert, S. / Klische, L. (2023). Freiwilliges Engagement in MGH – weitere Zwischenergebnisse der Evaluation. Berlin.
VolltextStroppel, S. / Valtin, A. (2022). Selbstüberprüfung entlang der „Qualitätskriterien der Mehrgenerationenhäuser für ihre Arbeit“ – Erste Erfahrungen der MGH mit dem Review-Verfahren. Weitere Zwischenergebnisse der Evaluation. Berlin.
Ornig, N. / Kraft, C. / Theel, T. (2022). Handlungsfelder im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander (2021-2028). Weitere Zwischenergebnisse der Evaluation. Berlin.
VolltextOrnig, N. / Kraft, C. (2021). Erste Zwischenergebnisse der Evaluation im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander (2021-2028). Berlin.
VolltextOrnig, N. / Kraft, C. / Suchowitz, I. (2021). Das zählt: Bildung, Beratung, Freizeitangebote – alles digital. In: BMFSFJ: Digitale Unterstützung für Familien in der Krise – eine Entdeckungsreise. Themendossier. Juli 2021
VolltextOrnig, N. / Kraft, C. (2021). Das zählt: Starke Netzwerke für gute Lebensverhältnisse. In: BMFSFJ: Gemeinsam stark vor Ort – Mehrgenerationenhäuser als Brückenbauer. Themendossier. Dezember 2021
Volltext